Welche Dinge in meinem Aquarium
beeinflussen die Wasserwert noch?
Ganz schädlich für Aquarienwasser sind
Einrichtungsgegenstände aus Plastik, da
diese in Verbindung mit den biochemischen
Bestandteilen (Fischausscheidungen, Futter-
reste und andere Abbauprodukte) reagieren
können und giftige Stoffe absondern können.
Zu beachten ist auch das Verhältnis von
verwendeten Dekowurzeln zu der Wasser-
menge im Aquarium. Da Holz jeder Art im
Wasser verrottet und ständig Huminsäuren
absondert beeinflusst es den PH-Wert und
die Bindefähigkeit des Wassers für Schad-
stoffe zum Teil erheblich! Tipp: Rechnet euch
doch mal das Verhältnis im Aquarium aus
und vergleicht das mal mit der Menge Wasser,
welche der Amazonas stündlich an, relativ
zum Aquarium, wenigen abgestorbenen
Bäumen vorbeischleust.
Ein weiterer Grund für unbeabsichtigte Beein-
flussung der Wasserwerte ist ein falscher
Bodengrund. Auch so mancher im Handel an-
gebotene Aquarienkies enthält hohe Mengen
an Karbonaten, welche die Wasserwerte
negativ beeinflussen bzw. zu scharfe
basische Stoffe auslösen, welche die Fisch-
haut schädigen können, Lochkrankheit deutet
auf dieses Problem hin.
Deshalb ist zu empfehlen als Aquariengrund
lebensmittelecht ummantelten Aquarienkies
zu benutzen, da dieser völlig neutral ist und
keine Stoffe durch die Ummantelung abgeben
kann. Gleiches gilt für Dekosteine unbekanten
mineralischen Ursprungs.
Ein weiteres Problem ergibt sich mit dem
angebotenem Silikat-Mineral (Zoelit).
Wahr ist, dass Silikat-Minerale
hervorragende Bindeeigenschaften
besitzt, das kann unter Laborbedingungen
nachgewiesen werden. Aber Labor ist nicht
Aquarium mit Fischen und deren Fischaus-
scheidungen, Futterresten und anderen Ab-
bauprodukten, welche alle mit dem Silikat-Mineral
reagieren. Dabei werden ebenfalls die falschen
Karbonate ausgelöst, der PH-Wert erhöht sich
ungewollt und es entsteht eine scharfe
basische Lösung, welche letztendlich das
Algenwachstum wieder fördert und die Fische
schädigt. Es ist daher zu empfehlen auf
Silikat-Minerale ganz zu verzichten und lieber
auf volltändig biologische Filterung mit hochporösen
Glas- oder Keramikröhrchen und regelmäßigen
Wasserwechsel zu setzen.
Bei der Verwendung von Watermin kann auf
die Bindeeigenschaften der Silikat-Minerale
verzichtet werden, da Watermin ebenfalls die
Schadstoffwerte durch eigene mineralische
Bindekraft stabilisiert.
Warum ist der Leitwert so hoch?
Der hohe Leitwert folgt aus der Gesamtheit
der gelösten Mineralien und Salze, welche
Watermin zusätzlich ins Aquarien-/Teich-
wasser bringt. Ein weiterer positiver Effekt,
welcher sich durch Watermin einstellt ist die
Reduzierung von Algen und Parasiten, da
diese den hohen Leitwert nur bedingt dulden.
Für Fische ist der Leitwert leicht zu tolerieren
da auch natürliche Gewässer (je nach Regen-
oder Verdunstungsmenge) Leitwerte bis
5000 µS haben.
Verschiedene Leitwerte in Mikrosiemens
Destilliertes Wasser ca. 0 bis 5 µS
Osmose Wasser ca. 5 bis 15 µS
Regenwasser ca. 80 bis 120 µS
Trinkwasser ca. 200 bis 700 µS
Natürliche Gewässer ca. 200 bis 5000 µS
Seewasser über 40000 µS
Wasserwerte im Überblick
Leitfähigkeit (LW):
200 bis 5000 µS/cm Süßwasser und
Meerwasser > 40000 µS/cm
Die elektrische Leitfähigkeit ist ein Summen-
parameter für gelöste Stoffe. Die Größe der
Leitfähigkeit hängt von der Konzentration und
dem Dissoziationsgrad der Ionen sowie von
der Temperatur und der Wanderungsgesch-
windigkeit ab. Über die Art der Ionen selbst
kann eine Messung der Leitfähigkeit keine
Aussage machen.
Trotzdem kann man exakte Rückschlüsse
von der Leitfähigkeit auf die Konzentration
gelöster Elektrolyte ziehen, wenn die Ionen
Zusammensetzung bekannt ist.
Carbonathärte (KH):
Die Carbonathärte ist eine oft fehlinterpretierte
Größe, die manchmal (fälschlicherweise) mit
dem Kalkgehalt des Wassers gleichgesetzt
wird. Dabei ist sie durchaus wichtig, da sie bei
ausreichender Höhe Schwankungen im Säure
Basen-Haushalt des Wassers puffert.
Eine KH unter 4 °d ist kritisch, weil es hin-
sichtlich des Säure/Basen-Haushaltes sehr
instabil sein kann.
Vor allem in besonders "sauberen" mulm-
armen Aquarien kann es schnell zu einem
sogenannten Säuresturz kommen.
Gesamthärte (GH):
Die Gesamthärte ist ein (indirektes) Maß für
den Anteil der im Wasser gelösten Mineral-
stoffe (Salze). Reines Wasser (z. B. Osmose
Wasser) ist absolut salzfrei. In solchem
Wasser können keine Lebewesen leben.
Die Gesamthärte Ihres Leitungswassers
erfahren Sie von Ihrem Wasserversorger
oder können von Ihnen selbst gemessen
werden. Der Gesamtsalzgehalt lässt sich
nur mit einem elektrischen Leitwertmess-
gerät bestimmen. Der elektrische Leitwert
ist die Größe für den Salzgehalt, während
die GH eine alte Größe ist, mit der der An-
teil der im Wasser enthaltenen Erdalkali-
Ionen (Calcium, Magnesium, Strontium,
Barium u. a.) bezeichnet wird (gemessen
werden mit den handelsüblichen Tests sogar
nur die Calcium- und Magnesium-Ionen, die
ca. 80 % der Kationen natürlicher Wässer
ausmachen). In der Aquaristik ist die alte
Einheit Deutsche Grad [°d] gebräuchlich (sehr
veraltet ist Grad Deutsche Härte [°dH]).
Säuregrad (PH):
Der pH-Wert bezeichnet, wie basisch oder
sauer eine Flüssigkeit ist. Bei pH 7 ist sie
neutral, über 7 ist sie alkalisch (basisch),
unter 7 ist sie sauer. pH ist die Abkürzung
für potentia hydrogenii. Es wird mit ihm das
Gewicht der Wasserstoffionen (H+) in einem
Liter Wasser bei 20 °C im Verhältnis zu dem
der Hydroxylionen (OH-) angegeben.
Bei alkalischem Wasser sind mehr OH--Ionen
enthalten. Bei saurem Wasser nimmt die An-
zahl der H+-Ionen dagegen zu, weshalb der
kleiner werdende Nenner für einen kleineren
pH-Wert sorgt.
Es ist wenig aussagekräftig, den pH-Wert
des Leitungswassers zu bestimmen. Von
Seiten des Wasserwerkes wird jedes
Leitungswasser auf einen leicht alkalischen
Wert gebracht (je nach Wasserbeschaffenheit
entweder mittels kräftiger Belüftung, was zu
einem Austreiben der Kohlensäure führt, oder
durch Zufügen alkalisch reagierender Substan-
zen wie NaOH oder Ca(OH)2). Dies dient dem
Schutz des Leitungsnetzes vor Korrosion
(selten wird mit H2SO4 angesäuert).
Im Aquarium wird sich der Wert ändern, da
hier viele biologische und chemische
Prozesse ablaufen oder sogar Kohlendioxid
gezielt eingebracht wird.
Ammonium/Ammoniak NH4+/NH3
maximal 0,5 mg/l, optimal < 0,1 mg/l
Ammonium ist ein Ausscheidungsprodukt
der Fische, welches mit dem Urin über die
Nieren, aber auch kontinuierlich über die
Kiemen abgegeben wird. Das Ammonium ist
nicht besonders schädlich. Es reagiert jedoch
mit alkalischem Wassers zu Ammoniak und
Wasser. Ammoniak wiederum ist hochgiftig.
Daher sollte (vor allem bei alkalischem
Wasser) die Konzentration von Ammonium/
Ammoniak nicht zu hoch sein.
Verhindern kann man zu hohe Ammonium-/
Ammoniak-Konzentrationen durch eine gut
entwickelte Population an Filterbakterien
und regelmäßige Wasserwechsel.
Nitrit NO2
maximal 0,2 mg/l, optimal < 0,1 mg/l
Nitrit ist eine giftige Stickstoffverbindung,
welche stets gut kontrolliert werden sollte!
In einem eingefahrenen Aquarium oder Teich
ist Nitrit nur in sehr geringem Maße
vorhanden. Es entsteht bei der Nitrifikation
als bakterielles Stoffwechselprodukt aus
Ammonium/Ammoniak und wird weiter zu
Nitrat umgebaut.
Lediglich bei Neueinrichtung eines Beckens,
bei Störungen oder Reinigung des Filters bzw.
bei Austausch des Bodengrundes kann es zu
gefährlichen Nitritwerten kommen.
Zu Problemen kommt es manchmal in kleinen
und überbesetzten Aquarien, wo der Filter
entweder nicht ausreichend groß ist oder zu
oft gereinigt wird und daher mit der anfallenden
Menge an Ammonium und Nitrit nicht fertig wird.
Nitrat NO3
maximal 50 mg/l, optimal < 25 mg/l
Nitrat, in den meisten Aquarien Endprodukt
der Stoffwechselkette Ammonium/Ammoniak -
Nitrit - Nitrat, ist eine vergleichsweise harm-
lose Stickstoffverbindung. Nitrat wird von den
meisten Pflanzen als Nährstoff aufgenommen
und ist bis zu einer Konzentration von ca.
30 mg/l für die meisten Fische völlig
ungefährlich. Höhere Konzentrationen sollten
aber vermieden werden. Die beste Hilfe gegen
zu hohe Konzentrationen ist der regelmäßige
Wasserwechsel mit frischem Wasser, eine
gute Filterbesiedelung mit Mikroben und viele
Pflanzen bei sparsamem Besatz.

